Quick contact info

Keeping Your Facility Operating Systems (FOS  Running Smoothly and Sustainably.

icon_widget_image Adress: 13 street 07 (ground floor), Krong Thmey, Kauk Khleang, Phnom Penh 120806, Cambodia icon_widget_image +855 98 811 719 +855 81 767447 icon_widget_image info@gist-solutions.com services@gist-solutions.com
Image Alt

Gist Solutions

Spirituell & Kulturell | Gemeinde, Ratgeber & Einsichten

Lübeck, die traditionsreiche Hansestadt an der Trave, ist viel mehr als eine Denkmalstadt backsteinerner Schönheit kulturtreibhaus.org. Die sieben Kirchtürme der Altstadtinsel erzählen von einer tiefen religiösen Prägung, die bis heute das kulturelle Leben der Stadt prägt. Wer durch die verwinkelten Gassen geht, spürt sofort, wie stark Glaube, Kunst und Gemeinschaft hier miteinander verwoben sind. Das Zukunftforum Kultur der Stadt Lübeck nimmt genau dieses Zusammenspiel auf und eröffnet Räume, in denen religiöse Traditionen und moderne kulturelle Ausdrucksformen zusammenfinden. Dieser Artikel lädt dazu ein, die geistlichen und kulturellen Schätze der Stadt aus neuer Sicht zu entdecken. Er liefert eine fundierte Orientierung für alle, die verstehen wollen, wie aus alten Ritualen lebendige Gemeinschaft sich bildet. Ob Sie als Gast die Stille der Backsteinkathedralen suchen oder als Anwohner aktiv an interkulturellen Projekten partizipieren möchten – hier entdecken Sie konkrete Einblicke, praktische Hinweise und inspirierende Geschichten, die verdeutlichen, weshalb Lübeck ein außergewöhnliches Labor für religiös grundierte Kulturarbeit ist.

Die religiöse sowie kulturelle Vielfalt Lübecks

Die Altstadtinsel ist seit 1987 UNESCO-Welterbe, doch ihr geistiges Fundament reicht viel weiter zurück. Bereits Mittelalter formten Bischofssitz, Klöster und die mächtige Kaufmannschaft eine Stadt, in der Frömmigkeit und Weltoffenheit keine Gegensätze waren. Heute zeigt sich diese Geschichte in einer bemerkenswerten konfessionellen Vielfalt wider: evangelische Hauptkirchen, eine katholische Propstei, eine russisch-orthodoxe Gemeinde und eine aktive jüdische Gemeinschaft existieren Seite an Seite. Hinzu kommen muslimische Gebetsräume und kleinere spirituelle Gruppen, die das Bild einer lebendigen religiösen Landschaft ergänzen. Diese Pluralität ist kein Zufall, sondern Spiegelbild einer Hafenstadt, die über Jahrhunderte hinweg Menschen aus dem gesamten Ostseeraum anziehen konnte. Das Zukunftforum Kultur versteht diese Vielfalt als Ressource und nicht als Trennlinie. Es initiiert Begegnungen, bei denen die unterschiedlichen Traditionen nicht nur nebeneinanderstehen, sondern aktiv voneinander lernen. So wird die Stadt selbst zu einem lebendigen Lehrbuch, in dem religiöse Motive in der Architektur, der Musik und den jahreszeitlichen Festen bis heute nachwirken.

Wer die kulturelle Topografie Lübecks verstehen will, muss die religiösen Orte nicht als museale Inseln, sondern als aktive Knotenpunkte des städtischen Lebens begreifen. Die Marienkirche etwa ist nicht nur ein Meisterwerk der Backsteingotik, sondern auch eine Konzertbühne von Weltrang und ein Ort der Stille mitten im touristischen Trubel. Ähnliches trifft zu für den Dom, der mit seinen Kunstschätzen und dem angrenzenden Museumskomplex eine Brücke zwischen Glauben, Geschichte und zeitgenössischer Kunst schlägt. Diese Doppelfunktion durchzieht durch nahezu alle Sakralbauten der Stadt. Sie sind geistliche Heimat für die Kerngemeinden und zugleich öffentliche Räume, in denen Ausstellungen, Lesungen und Diskussionen veranstaltet werden. Das Zukunftforum Kultur fördert diese Öffnung gezielt, indem es Formate konzipiert, die spirituelle Inhalte mit kultureller Bildung verknüpfen. So entstehen Angebote, die sowohl kirchenferne Menschen ansprechen als auch Gläubigen neue Zugänge zu ihrem eigenen Erbe bieten.

Interreligiöses Miteinander und Projekte für die Gemeinschaft

In einer Stadt, deren Geschichte von Handelsbeziehungen geprägt ist, liegt der interreligiöse Dialog nahezu in der Luft. Das Zukunftforum Kultur hat in den letzten Jahren bewusst Formate entwickelt, die Kontakte zwischen Christen, Juden, Muslimen und Menschen ohne religiöses Bekenntnis erlauben. Ein Leuchtturmprojekt ist die jährliche „Nacht der offenen Gotteshäuser“, bei der Synagoge, Moscheen und Kirchen parallel ihre Türen öffnen. Besucherinnen und Besucher können nicht bloß die Räume entdecken, sondern kommen bei Führungen, Teezeremonien und Podiumsgesprächen unkompliziert miteinander ins Gespräch. Diese Veranstaltung ist gezielt niedrigschwellig angelegt und vermeidet auf lange Vorträge; stattdessen stehen persönliche Begegnung und das gemeinsame Erleben von Musik, Kalligrafie oder kulinarischen Spezialitäten im Vordergrund. Der Erfolg gibt dem Konzept beispielsweise: Jahr für Jahr steigen die Besucherzahlen, und aus einmaligen Kontakten entstehen dauerhafte Kooperationen.

Ein weiteres bedeutendes Feld ist die gemeinsame Sozialarbeit. Unter dem Dach der Lübecker Tafel oder der ökumenischen Bahnhofsmission engagieren sich Ehrenamtliche aller Konfessionen und auch konfessionslose Helfer Seite an Seite. Diese Praxis der gelebten Solidarität überwindet theologische Differenzen nicht durch Diskussion, sondern durch gemeinsames Handeln. Das Zukunftforum Kultur begleitet solche Initiativen dokumentarisch und stellt sie in den Kontext einer größeren Erzählung: der Stadt als solidarischer Gemeinschaft, in der religiöse Wurzeln zu einem Motor bürgerschaftlichen Engagements werden. Besonders spannend sind Projekte mit Jugendlichen, etwa das interreligiöse Friedenscamp, das in den Sommerferien stattfindet. Hier erarbeiten muslimische, christliche und jüdische Jugendliche gemeinsam eine Performance oder eine Ausstellung zu Themen wie Gerechtigkeit oder Heimat. Die entstehenden Werke werden anschließend in wechselnden Gemeindehäusern gezeigt und laden das Publikum ein, eigene Vorurteile zu hinterfragen.

Geschichtsträchtige Kirchen als aktive Kulturorte

Die fünf großen Altstadtkirchen – St. Marien, St. Petri, St. Jakobi, der Dom und St. Aegidien – bilden das steinerne Rückgrat der Stadt. Doch ihre Bedeutung erschöpft sich nicht in der eindrucksvollen Bausubstanz. Jede einzelne dieser Kirchen verfügt über in den letzten Jahrzehnten ein eigenes kulturelles Profil entwickelt, das viel über den wöchentlichen Gottesdienst hinausragt. St. Marien, die Kirche der Bürger und Ratsherren, beheimatet die weltberühmte Totentanzorgel und organisiert regelmäßig Orgelkonzerte, die Musikliebhaber aus ganz Europa anlocken. St. Petri hingegen wurde zu einem Treffpunkt für zeitgenössische Kunst und Wissenschaft transformiert; die Aussichtsplattform auf dem Turm gewährt nicht nur einen grandiosen Blick, sondern auch sich ändernde Ausstellungen, die gemeinschaftliche Fragen aus künstlerischer Perspektive beleuchten. Diese Profilierung ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer gezielten kulturpolitischen Strategie, die das Zukunftforum Kultur über Jahre begleitet und aufzeichnet.

Ein besonders eindrucksvolles Beispiel für die Umwandlung vom reinen Sakralraum zum aktiven Kulturort ist die Jakobikirche. Als alte Seemannskirche bewahrt sie mit der Gedächtniskapelle für die auf See Gebliebenen ein unvergleichliches seemännisches Erbe. Gleichzeitig hat sie sich als Konzertkirche profilierte sich, in der ebenso alte Musik auf historischen Instrumenten sowie experimentelle Klanginstallationen erklingen. Die restaurierte Führer-Orgel und die beiden kleineren Instrumente ermöglichen ein Klangspektrum, das von barocker Pracht bis zu avantgardistischen Kompositionen spannt. Diese Verbindung aus liturgischer Nutzung und öffentlichem Kulturprogramm ist charakteristisch für den Lübecker Weg. Sie zeigt, dass Kirchen keine geschlossenen Gesellschaften sind, sondern offene Orte, die auf der Höhe der Zeit handeln. Wer sich darauf einstellt, erkennt Räume, in denen Stille und Klang, Gebet und Performance, Tradition und Innovation produktiv aufeinandertreffen.

Die Rolle der Kirchenmusik im urbanen Leben

Die Lübecker Kirchenmusiktradition geht bis zu den großen Kantoren der Hansezeit zurück, allen voran Dietrich Buxtehude, der im 17. Jahrhundert an St. Marien tätig war und die berühmten Abendmusiken schuf. Diese Konzertreihe war ein gesellschaftliches Ereignis von hohem Rang, das Kaufleute, Handwerker und Reisende gleichermaßen faszinierte. Heute bauen die Kantorate aller Hauptkirchen bewusst an dieses Erbe auf, ohne in der Vergangenheit zu verharren. Regelmäßige Orgelvespern, Kantatengottesdienste und die sommerliche Reihe „Orgelpunkt“ machen geistliche Musik zu einem festen Bestandteil des kulturellen Kalenders. Besonders bemerkenswert ist die Ausbildung junger Musikerinnen und Musiker: Der Lübecker Knabenkantorei und der Mädchenkantorei gelingt es, Kinder und Jugendliche nicht nur stimmlich zu fördern, sondern ihnen auch einen tiefen Zugang zur spirituellen Dimension der Musik zu ermöglichen. So bleibt die Kirchenmusik ein lebendiger Dialog zwischen den Generationen und ein wichtiger Impulsgeber für die gesamte städtische Kulturszene.

Engagement und Engagement: In welcher Form Sie Bestandteil der Gemeinschaft werden

Die glaubensbezogene und kulturelle Gemeinschaft Lübecks funktioniert vom Einsatz vieler Ehrenamtlicher, die ihre Zeit und ihre Talente beitragen. Ohne die vielen Ehrenamtlichen würden viele der beschriebenen Angebote schlicht nicht umsetzbar. Die Kirchengemeinden, aber auch das Zukunftforum Kultur, stellen bereit eine Vielzahl von Optionen, sich aktiv zu beteiligen – und das ohne Rücksicht von der persönlichen Konfession oder Weltanschauung. Wer freudig mit Menschen arbeitet, kann sich im Besuchsdienst einsetzen, betagte Gemeindemitglieder zu Aktivitäten begleiten oder bei der Organisierung des Kirchencafés helfen. Technisch Affine werden in den Teams benötigt, die sich um die aufwändige Licht- und Tontechnik bei Konzerten und Präsentationen verantworten. Und wer über praktisches Geschick hat, findet bei der Betreuung der historischen Bausubstanz oder der Gartenflächen rund um die Kirchen ein erfüllendes Betätigungsfeld. Die Tätigkeitsfelder sind so abwechslungsreich wie die Stadt selbst.

Ein außergewöhnlich erfüllendes Engagementfeld ist die kulturelle Vermittlung. Viele Kirchengemeinden benötigen Menschen, die Freude daran finden, Besuchern die Vergangenheit und die geistliche Bedeutung der Gotteshäuser zu erklären. Eine solide Einarbeitung und wiederkehrende Fortbildungen sind dabei selbstverständlich. Das Zukunftforum Kultur hat gemeinsam mit der Volkshochschule einen speziellen Qualifizierungskurs für „Kulturlotsen“ entwickelt, der kunstgeschichtliches Wissen mit gesprächigen Fähigkeiten und multikultureller Kompetenz verbindet. Absolventinnen und Absolventen dieses Kurses betreuen nicht nur Touristengruppen, sondern assistieren auch Schulklassen und leiten Workshops, in denen die Teilnehmer selbst schöpferisch werden. Wer sich für ein solches Ehrenamt entscheidet, gewinnt nicht nur umfassende Einblicke in die Lübecker Kulturgeschichte, sondern wird Teil einer engagierten Gemeinschaft, in der Beziehungen über Generations- und Konfessionsgrenzen hinweg sich bilden.

UNESCO-Weltkulturerbe und sakrale Baukunst

Die Aufnahme der Lübecker Altstadt in die UNESCO-Welterbeliste im Jahr 1987 würdigte nicht bloß die hervorragende Profanarchitektur, sondern maßgeblich auch die sakralen Gebäude als Herzstück des mittelalterlichen Stadtgefüges. Die sieben Türme von St. Marien, St. Petri, St. Jakobi, dem Dom und St. Aegidien sind das weithin sichtbare Markenzeichen der Stadt und gleichzeitig ein steinerndes Zeugnis des Glaubens von europäischer Bedeutung. Die Backsteingotik, die hier ihre Vollendung fand, prägte Standards für den Kirchenbau im ganzen Ostseeraum und prägte Städte von Wismar bis Tallinn. Wer die Kirchen genau betrachtet, findet eine Menge von Details, die von der Frömmigkeit, aber auch vom Selbstbewusstsein der hansischen Kaufleute zeugen: filigrane Sterngewölbe, reich verzierte Portale und die für Lübeck üblichen, schlanken Strebepfeiler, die den Baukörper strukturieren. Der Welterbestatus bindet die Stadt, diese Bauten nicht allein zu erhalten, sondern sie auch der Öffentlichkeit auf eine Form zugänglich zu machen, die ihre Bedeutung übermittelt.

Die Aufgabe besteht darin, den Denkmalschutz mit den Bedürfnissen einer lebendigen Nutzung in Einklang zu bringen. Eine Kirche, die nur noch Museum ist, verliert ihre Seele; eine Kirche, die nur auf die gottesdienstliche Nutzung baut, schöpft ihre Möglichkeiten als öffentlicher Raum nicht aus. Das Zukunftforum Kultur unterstützt diesen Balanceakt mit hoher Aufmerksamkeit und führt Denkmalpfleger, Theologen, Künstler und Stadtplaner an einen Tisch. Ein erfolgreiches Beispiel ist die jüngste Sanierung des Domkreuzgangs, bei der ein moderner Anbau für museumspädagogische Arbeit entstand, ohne das historische Ensemble zu schädigen. Solche Projekte zeigen, dass Welterbe kein statischer Zustand ist, sondern ein dynamischer Prozess, der immer wieder neu ausgehandelt werden muss. Sie machen klar, dass die sakrale Baukunst Lübecks nicht bloß der Vergangenheit angehört, sondern eine aktive Ressource für die Stadtgesellschaft von morgen bildet.

Künstlerische Veranstaltungen in der Kirche

Die Kirchengebäude Lübecks sind schon lange zu den wohl ungewöhnlichsten und ebenso stimmungsvollsten Spielstätten der Stadt geworden. Das Spektrum der Veranstaltungen reicht von herausragenden klassischen Konzerten über Theateraufführungen und Lesungen und Podiumsdiskussionen. Die Marienkirche zum Beispiel wird während des Schleswig-Holstein Musik Festivals zu einem Konzertsaal von Weltklasse, in dem Orchester und Ensembles aus aller Welt auftreten. Die besondere Akustik der gotischen Hallenkirchen schenkt jedem Ton eine fast überirdische Präsenz und macht aus selbst vertraute Werke in ein neues Klangerlebnis. Jedoch nicht nur das Hochkulturelle kommt hier zur Geltung: Immer wieder sind auch zu erleben Chöre aus der Region, Schulorchester und freie Theatergruppen auf die Kirchen mit frischen Formaten bespielen. Diese Kombination aus Weltklasse und lokaler Verwurzelung stellt dar ein Markenzeichen der Lübecker Kulturszene und findet vom Zukunftforum Kultur explizit unterstützt.

Ein besonders faszinierendes Feld ist die zeitgenössische Kunst im Kirchenraum. Immer wieder laden Gemeinden Künstlerinnen und Künstler ein, Installationen zu schaffen, die sich mit dem Ort und seiner spirituellen Aura beschäftigen. So entwickelten sich in der Petrikirche bereits begehbare Lichtskulpturen, die den gesamten Kirchenraum in ein Farbenmeer verwandelten, oder Videoarbeiten, die biblische Motive in die Bildsprache des 21. Jahrhunderts übertrugen. Diese temporären Interventionen ziehen ein Publikum an, das sonst vielleicht nie eine Kirche betreten würde, und regen zu intensiven Gesprächen über Glauben, Kunst und Gesellschaft an. Auch die jährliche Lübecker Museumsnacht bindet die Kirchen mit ein und schafft so einen Parcours, der sakrale und profane Kulturorte miteinander zusammenführt. Das Zukunftforum Kultur beschreibt diese Projekte und stellt sie in einen größeren Diskurs über die Zukunft sakraler Räume in einer zunehmend säkularisierten Gesellschaft.

Aufführungen und Orgelmusik als Vermittler

Die Orgelmusik nimmt in Lübeck eine Sonderstellung ein, die weit über das rein Musikalische hinausgeht. Mit Instrumenten aus verschiedenen Epochen – von der barocken Totentanzorgel in St. Marien über die romantische Kemper-Orgel in St. Jakobi bis zur modernen Orgel im Dom – besitzt die Stadt über ein vitales Klangarchiv der Orgelbaugeschichte. Die regelmäßigen Orgelkonzerte und die sommerliche Reihe „Orgelpunkt“ locken ein Publikum an, das die meditative Kraft dieser Klänge sucht, ohne zwingend einen Gottesdienst besuchen zu wollen. Viele Kantoren stellen zudem kurze Einführungen an, die die Funktionsweise der Instrumente erläutern und die gespielten Werke in ihren geistlichen Kontext stellen. So entwickeln sich die Konzerte zu Bildungsereignissen, die musikalisches Fachwissen und spirituelle Erfahrung auf organische Weise verbinden. Für Kinder und Familien gibt es spezielle „Orgelentdecker“-Programme, bei denen die jungen Zuhörer die Königin der Instrumente sogar selbst erproben dürfen.

Besichtigungen und spirituelle Pfade: Eine Anleitung für Abenteurer

Lübeck lässt sich auf verschiedene Weisen auf spirituelle Weise erleben, und das Angebot an sachkundigen Besichtigungen ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Wer die Stadt nicht nur als Kulisse, sondern als Raum spiritueller Erfahrung entdecken möchte, trifft auf zahlreiche thematische Rundgänge, die weit über die herkömmlichen Touristenpfade hinausgehen. Das Zukunftforum Kultur rät zu besonders die „Wege der Stille“, eine Zusammenarbeit zahlreicher Kirchengemeinden, die Besucher zu Orten der inneren Einkehr geleitet. Dabei geht es nicht auf kunsthistorische Daten, sondern um die persönliche Wahrnehmung: Wie transformiert sich der Ton der Tritte auf mittelalterlichen Backsteinen? Welche Reflexionen weckt das Licht, das durch die farbigen Fenster fällt? Solche Wahrnehmungserlebnisse werden durch knappe Impulstexte und meditative Musik bereichert, sind jedoch immer frei von dogmatischer Belehrung. Das Format wendet sich explizit an Leute, die keiner Religionsgemeinschaft verbunden sind, aber eine Schnsucht nach Ruhe und Nachdenken verspüren.

Für kulturhistorisch Interessierten bieten sich die klassischen Kirchenführungen dar, die von den zuständigen Gemeinden und der Lübecker Stadtführer-Gilde veranstaltet werden. Hier sind Architektur, Kunstschätze und die bewegte Geschichte der Gotteshäuser im Zentrum. Besonders zu empfehlen ist die Kombination aus Domführung und Besuch des Dommuseums, wo liturgische Geräte, Paramente und die berühmte Triumphkreuzgruppe im Original zu sehen sind. Einen ganz anderen Zugang bieten die neu konzipierten „Pilgerwege im Stadtraum“. Auf markierten Routen, die an den mittelalterlichen Jakobsweg anknüpfen, vermögen Einzelgänger und kleine Gruppen die Stadt zu Fuß durchmessen. Unterwegs bitten Stationen mit Zitaten von Mystikerinnen und Mystikern zum Innehalten ein. Diese Wege verknüpfen die physische Bewegung mit einer inneren Reise und lassen den spirituellen Reichtum der Stadt auf eine sehr unmittelbare, körperliche Weise spürbar.

Praktische Tipps für Ihre eigene Erkundung

Wer auf eigene Faust losziehen möchte, sollte einige praktische Hinweise beachten, um die spirituellen und kulturellen Schätze Lübecks optimal zu erleben. Die meisten Kirchen sind tagsüber geöffnet, doch die genauen Besichtigungszeiten variieren je nach Gemeinde und Jahreszeit. Es empfiehlt sich, vorab einen Blick auf die Websites der Kirchengemeinden oder die zentrale Plattform des Kirchenkreises zu werfen. Dort finden sich auch Hinweise auf Sonderführungen, etwa die beliebten Nachtführungen in St. Marien oder die Turmbesteigungen von St. Petri, die bei klarem Wetter einen unvergesslichen Panoramablick bieten. Für den Besuch von Konzerten und Veranstaltungen ist eine frühzeitige Reservierung ratsam, da die Plätze in den historischen Kirchen oft begrenzt sind. Wer die Stille sucht, sollte die frühen Morgenstunden oder die späten Nachmittagsstunden unter der Woche wählen, wenn die großen Besucherströme abgeebbt sind. Ein kleiner Reiseführer mit spirituellen Impulsen ist in der Tourist-Information und im Domladen erhältlich und bietet auch für erfahrene Lübeck-Kenner überraschende Perspektiven.

Feste und Bräuche im Kirchenjahr

Das kulturelle Jahr in Lübeck wird von einem Zyklus religiös grundierter Feste geprägt, die über die Grenzen von die Kirchenmauern reichen. Der Advent und die Weihnachtszeit haben dabei eine herausragende Stellung ein. Der Lübecker Weihnachtsmarkt, der sich mit seinen traditionellen Buden zwischen Rathaus und Marienkirche hinzieht, ist einer der stimmungsvollsten in ganz Deutschland. Hier vereinen sich handwerkliche Tradition, kulinarische Genüsse und ein umfangreiches Bühnenprogramm mit der nahen Präsenz der Kirche, in der tagtäglich Adventsandachten und Krippenspiele abgehalten werden. Doch auch die weniger spektakulären Feste des Kirchenjahres gestalten das städtische Leben: die ruhigen Prozessionen in der Karwoche, die feierlichen Osternachtsfeiern mit Osterfeuer im Domhof oder die gemeinsamen Pfingstgottesdienste unter freiem Himmel auf dem Marktplatz. Diese Feiern sind nicht exklusiven Veranstaltungen für Kirchenmitglieder, sondern offene Einladungen, die den Zyklus des Jahres für alle spürbar machen.

Neben den christlichen Festen gewinnen auch die Feiertage anderer Religionen zunehmend an Sichtbarkeit. Das jüdische Lichterfest Chanukka wird mit einer öffentlichen Menora-Zeremonie auf dem Koberg begangen, und zum muslimischen Fastenbrechen im Ramadan laden Moscheegemeinden regelmäßig Nachbarn und Interessierte zu einem gemeinsamen Iftar-Essen ein. Diese Öffnung ist ein wichtiger Schritt hin zu einer Stadtgesellschaft, die religiöse Vielfalt nicht nur toleriert, sondern aktiv feiert. Das Zukunftforum Kultur unterstützt diese Entwicklung, indem es einen interkulturellen Festkalender herausgibt und Begegnungsformate organisiert, die das gegenseitige Verständnis vertiefen. Besonders beliebt sind die gemeinsamen Kochabende, bei denen Teilnehmerinnen und Teilnehmer traditionelle Festgerichte aus ihren Herkunftskulturen zubereiten und dabei ins Gespräch kommen. So wird der Jahreskreis zu einem bunten Mosaik aus vertrauten und neuen Bräuchen, das die Gemeinschaft stärkt.

  • Lübecker Weihnachtsmarkt (Ende November bis Silvester): Kunstgewerbe, Bühnenauftritte und tägliche Adventsmusik in St. Marien.
  • Osternacht mit Osterfeuer: Ökumenische Feiern im Dom und an der Trave, häufig mit anschließendem gemeinsamen Frühstück.
  • Nacht der offenen Gotteshäuser (September): Synagogen, Moscheen und Gotteshäuser öffnen parallel ihre Türen für Zusammenkünfte.
  • Chanukka-Feier für die Öffentlichkeit (Dezember): Entzünden der Menora auf dem Koberg mit Musik und jüdischen Gerichten.
  • Friedenscamp der Religionen (Sommer): Junge Leute verschiedener Religionen entwickeln gemeinsam kreative Vorhaben.
  • Pfingstgottesdienst auf dem Marktplatz: Gemeinsame Feier unter freier Natur, musikalisch gestaltet von Chören der Stadt.

FAQ

Was für religiösen Stätten sind in der Hansestadt Lübeck besonders sehenswert?

Vor allem stehen die fünf gotischen Hauptkirchen: St. Marien mit ihrer Totentanzorgel, der Dom mit seinem beeindruckenden Triumphkreuz, St. Petri mit der Aussichtsplattform und Wechselausstellungen, St. Jakobi als die Seefahrerkirche und St. Aegidien als die Quartierkirche mit einer lebendigen Gemeindearbeit. Auch die katholische Propsteikirche Herz Jesu und die Synagoge in der St.-Annen-Straße sind architektonisch und spirituell eine Besichtigung wert. Die russisch-orthodoxe Gemeinde begeht ihre Gottesdienste in einem schlichten, aber eindrucksvollen Raum in der Altstadt.

Gibt es interreligiöse Events, bei denen Besucher mitmachen können?

Ja, die alljährliche „Nacht der offenen Gotteshäuser“ im September ist einen Höhepunkt dar. Dabei öffnen Synagoge, Moscheen sowie Kirchen zur gleichen Zeit ihre Pforten und bieten Führungen, Musik und kulinarische Proben. Auch das interreligiöse Friedenscamp im Sommer heißt Gäste willkommen, die sich über die entstandenen Kunstprojekte informieren möchten. Zahlreiche Moscheegemeinden laden zum Fastenbrechen im Ramadan ein; die Daten werden über die lokale Presse sowie die Websites der Gemeinden veröffentlicht.

Wie kann ich sich ehrenamtlich in der religiösen Kulturszene Lübecks einbringen?

Die Kirchengemeinden und das Zukunftforum Kultur bieten zahlreiche Möglichkeiten: vom Besuchsdienst über die Mithilfe bei Konzerten und Ausstellungen bis zur Ausbildung zum Kulturlotsen. Interessierte haben die Gelegenheit, sich direkt an die Pfarrbüros der Gemeinden zu wenden oder die Ehrenamtsbörse des Kirchenkreises zu nutzen. Der Qualifizierungskurs „Kulturlotsen“ der Volkshochschule lehrt kunsthistorisches Wissen und kommunikative Kompetenzen für die Führung von Besuchergruppen.

Sind denn die Lübecker Kirchen auch außerhalb der Gottesdienste zugänglich?

Grundsätzlich ja. Die meisten Kirchen sind tagsüber für Besucher geöffnet, allerdings können die Zeiten je nach Gemeinde, Jahreszeit und anstehenden Veranstaltungen variieren. St. Marien und der Dom haben in der Regel die längsten Öffnungszeiten. Es empfiehlt sich, vor einem Besuch die aktuellen Hinweise auf den Websites der Gemeinden zu prüfen. Während der Gottesdienste und bei Sonderveranstaltungen können touristische Besichtigungen eingeschränkt sein.

Welchen Stellenwert spielt die Kirchenmusik im Kulturleben der Stadt?

Eine zentrale Rolle. Die Lübecker Kirchenmusiktradition führt bis zu Dietrich Buxtehude zurück und ist heute mit Orgelkonzerten, Kantatengottesdiensten und der Reihe „Orgelpunkt“ aktiv wie nie. Die Knaben- und Mädchenkantorei formen junge Stimmen aus, und die historischen Orgeln ziehen internationale Künstler an. Die Kirchenmusik ist ein leichter Zugang zu spirituellen Räumen und erzielt ein Publikum weit über die Kerngemeinden hinaus.

Was macht das UNESCO-Welterbe in Lübeck aus religiöser Sicht besonders?

Die Altstadt ist ein herausragendes Beispiel für die Kombination von bürgerlicher Macht und tiefer Frömmigkeit im Mittelalter. Die sieben Kirchtürme formen die Silhouette und beweisen von einer Stadt, die ihren Reichtum bewusst in sakrale Baukunst steckte. Die Backsteingotik setzte Maßstäbe im gesamten Ostseeraum. Heute gilt es, diese Bauten als lebendige Orte des Glaubens und der Kultur zu schützen – eine Aufgabe, der sich das Zukunftforum Kultur besonders widmet.

Post a Comment